Jetzt drängt sich auch noch der letzte Autofahrer-Idiot vor mich auf die Straße. Obwohl der Straßenbahn-Lenker garantiert gesehen hat, dass ich noch schnell einsteigen will, fährt er einfach davon. Gerade als ich den heißersehnten ersten Bissen zu mir nehmen will, kippt - zack - zum tausendsten Mal ein Glas Wasser über den ganzen Tisch. Da geht nichts mehr, da geht nur noch:

Ich wollte das Herkunftsland meines Lieblingsschriftstellers Haruki Murakami besuchen, mal wirklich Sushi essen und am Weltkongress der Musiktherapie teilnehmen. Am liebsten allein. Und ja, das habe ich dann gemacht. Diesen Sommer!

Ich gebe zu, das klingt ein bisschen dramatisch. Ja, vielleicht sogar absolut übertrieben. Denn wie soll ein kleiner Stoffbeutel mit Lavendelblüten gefüllt Leben retten? Die kurze Antwort lautet: mein Sohn hat dieses Säckchen im Kindergarten bemalt und mit frischen Blüten aus dem eigenen Kindergartengarten befüllt und es mir dann zum Geschenk überreicht.

Es hat mehr als ein halbes Jahr gebraucht bis zu diesem neuen Blogartikel. Das war nicht so geplant. Und ja, die Tage mit drei Kindern unter 7 Jahren, mit meiner Selbständigkeit und mit ganz vielen drängenden eigenen Interessen und Bedürfnissen sind deswegen nicht länger, sondern auch mit 24 Stunden begrenzt. Keine Sorge mit der Selbstfürsorge? Von wegen!

Ich kann mich noch sehr gut erinnern wie ich als frische Erst-Mama wieder in einer beruflichen Fortbildung saß. Ohne mein 6 Monate altes Baby! Ich erwähnte in der kurzen Vorstellungsrunde neben meiner beruflichen Motivation auch mein neues Mutter-Dasein. In der Pause begegnete ich der Referentin, in der sicheren Erwartung sie würde noch ein paar Fragen an mich haben. Mein erwartungsvoller, freudiger Blick erregte die Aufmerksamkeit der Referentin und sie wendete sich mir zu: "Sie haben noch...

Es ist nicht leicht als Mutter bzw. Vater von einem Baby und/oder von Kleinkindern Zeit für sich selbst zu finden. In der ersten Babyzeit scheint es fast unmöglich. Die Bedürfnisse der kleinen Wesen sind so dringend und reihen sich häufig nahtlos aneinander. Und wie es die Natur so will: - es hört nie auf. Also, dann als Mutter oder Vater gar nicht für sich selbst sorgen? Doch! Und zwar am besten jeden Tag.

Manchmal ist Selbstfürsorge nicht alles. Nicht die alleinige Lösung für die schwierigen Dinge im Leben. Nicht die absolute Rettung. Nicht das, was allein durch's Leben trägt. Denn in manchen Momenten brauchen wir einfach nur Wärme. Brauchen wir Geborgenheit. Brauchen wir ungeteilte Aufmerksamkeit. Manchmal brauchen wir die Zuneigung und Fürsorge eines uns vertrauten Menschen. Wir brauchen Fremdfürsorge.

Manchmal ist einfach alles dicht. Es gibt soviel zu tun. In der Arbeit, zuhause, mit den Freunden, innerhalb der Familie ist endlos viel zu erledigen. Im Kopf türmen sich die Gedanken. Die Emotionen wirbeln in alle Richtungen. Der Körper verspannt. Und irgendwie gerade keine Pause in Sicht. Kein Urlaub, kein wirklich freier Tag. Anstrengend. So richtig anstrengend!

Hier fühl ich mich zuhause. Wohl und geborgen. Hier mag ich verweilen. Hier gibt es nichts, aber auch gar nichts zu tun. Die Zeit steht still. All das, was momentan schwierig, ungelöst, bedrückend in meinem Leben ist, rückt in den Hintergrund. An diesem Ort, in diesem Zustand ist alles in seiner Ordnung.

Yoga, Yoga, Yoga. Yoga überall: in Lifestyle-Magazinen, in zahlreichen Studios, in der Wissenschaft. Von "I love yoga" bis "I hate yoga" ist inzwischen alles dabei. Yoga ist seit vielen Jahren ein beliebtes Mittel zur Entspannung und für bewusste Bewegung. Yoga kann darüber hinaus aber auch zu einem wunderbaren Lebensweg werden. Dabei geht es dann vor allem um das innere Erleben. Das, was nach außen nicht sichtbar ist und wofür wir gar keine Worte finden müssen.

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